Das Castello di Brandola in der Gemeinde Polinago im Appennino Modenese ist keine klassische Burg mit Wassergraben und Zugbrücke, sondern präsentiert sich heute als faszinierendes und stimmungsvolles befestigtes mittelalterliches Dorf, das perfekt in die Kastanienwälder des Frignano eingebettet ist. Obwohl die Hauptfestung in den Konflikten des 13. Jahrhunderts zerstört wurde, hat die städtebauliche Anlage ihre mittelalterliche Atmosphäre bewahrt: Die ersten schriftlichen Zeugnisse über Brandola stammen aus dem Jahr 1001. Ursprünglich als Verteidigungsstützpunkt der Familie Da Gomola (langobardischen Ursprungs) erbaut, wurde es im 13. Jahrhundert zu einem wichtigen Zentrum der Ghibellinen. Im Jahr 1300 ging es in den Besitz der mächtigen Familie Montecuccoli über und gelangte später unter die Herrschaft der Pio di Carpi und der Estensi. Kurioses in der Umgebung: Die „Bagni di Brandola“ Unweit der Burg, mitten im Wald, befindet sich eine alte Schwefelquelle. Sie wurde 1448 zufällig entdeckt, als man bemerkte, dass sie das Vieh von einer Epidemie heilte. Dieses Heilwasser wurde unter den damaligen Ärzten (darunter Gabriele Falloppia) weltberühmt. Einige Historiker glauben, dass es das erste Mineralwasser Italiens war, das in Flaschen abgefüllt, vermarktet... und sogar gefälscht wurde!
